Linux-Schulung mit Leidenschaft – Heinlein-Akademie-Dozent Sven Velt im Interview

Sven Velt ist der inzwischen fünfte Dozent in unserer Interview-Reihe „Linux lernen von Profis“. Seit über 15 Jahren gibt er Linux-Trainings an unserer Akademie, aktuell sind es Schulungen zu Ansible, Apache und Naemon/Nagios.

Dass er ein echter Experte ist, beweist die Tatsache, dass er seine ersten PC-Versuche mit nur sechs Jahren startete – mit dem Commodore 64 seines Vaters. ;-) Seitdem spielen Computer und Netzwerke eine entscheidende Rolle in seinem Leben. Anfang der 1990er Jahre weckte ein Mathe- und Physiklehrer seine Begeisterung für Informatik. Das Ergebnis: Auf einem Stand der CeBIT verkaufte er gemeinsam mit ein paar Mitschülern Disketten mit einer grafisch aufbereiteten Umwelt-Infothek. Das war das erste Mal, dass Sven eine Software selbst erstellt, präsentiert und Feedback dazu eingesammelt hat.

Der Beginn der Netzwerk-Begeisterung

Gleichzeitig war er fasziniert von Netzwerken. Wer erinnert sich noch an Mailbox? – Also die 1990er Version. Für alle, die es nicht (mehr) wissen: Hinter der sogenannten Mailbox steckten meist Privatpersonen mit dauerhaft laufenden Computern, die über mehrere Telefonleitungen eine Einwahl per Modem erlaubten. Typische Anwendungen der Mailbox waren Online-Chats, Mail-Austausch oder Diskussionsforen. Bei Sven liefen am Ende fünf Rechner parallel – und zwar 24/7.

Nach dem Informatikstudium in Nürnberg gründete Sven folgerichtig eine GmbH und betrieb den ersten Internet-Provider im fränkischen Schwabach. Später spezialisierte er sich auf Linux und Open Source und arbeitet seit 2002 vor allem als Linux-Trainer und -Consultant. Seine Themenschwerpunkte in den Schulungen an der Heinlein-Akademie sind die Applikationen Apache, Ansible und Naemon/Nagios.

Deine Begeisterung für Linux und Open Source ist offensichtlich. Was liebst Du an der Arbeit als Dozent? Was ist Dir in deinen Schulungen wichtig?

Das Ziel in meinen Trainings ist, alle mitzunehmen – egal auf welchem Level der Einzelne unterwegs ist. Meine Erfahrung ist, dass häufig auch für Fortgeschrittene der eine oder andere Hinweis auf die Grundlagen hilfreich ist und viele unerwartete Aha-Effekte erzeugt. Außerdem ist mir ein roter Faden in der Schulung wichtig – die Themen bauen aufeinander auf, fächern sich quasi schrittweise auf. Das hilft den Teilnehmenden, das Zusammenspiel der einzelnen Themen besser zu erfassen. Ich arbeite in meinen Schulungen auch nicht mit einem Buch, sondern mit einer Foliensammlung. Dadurch sind die Trainings nicht statisch, sondern flexibel und immer absolut aktuell. Und ich mag grundsätzlich den Kontakt zu Menschen sehr. Man sieht sich häufig auf anderen Veranstaltungen wieder – wie z.B. der SLAC (Secure Linux Administration Conference), kann sich austauschen und fachsimpeln.

Du gehörst zu den Dozenten, die mit am längsten für die Heinlein Akademie im Einsatz sind. Was zeichnet das Unternehmen und die Akademie für Dich aus?

Da ich mich mit Providern wirklich auskenne, muss ich als erstes sagen: mailbox.org ist ein echter Stern. So etwas schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel. Für den Aufbau der Marke mailbox.org hat Heinlein Support meinen größten Respekt. Einen Provider mit überschaubarer Manpower so erfolgreich zu entwickeln und zu betreiben zeigt für mich eines besonders deutlich: Die Profis bei Heinlein schaffen Dinge gemeinsam in echter Teamarbeit. Das spürt man auch in den Linux-Schulungen an der Akademie und als externer Trainer. Man wird wie ein Teil der Familie behandelt, die Atmosphäre ist toll und das überträgt sich auch auf die Teilnehmer der Schulungen. Und ein weiterer Pluspunkt für die Akademie ist das Rahmenprogramm. Berlin hat was das betrifft natürlich unschlagbare Vorteile gegenüber anderen Städten. Egal ob Theater, Comedy oder Zauberkünstler – beim gemeinsamen Abendprogramm kann man nach den Trainings ein wenig in die Berliner Subkultur eintauchen. Es ist natürlich sehr schade, dass das aufgrund von Corona gerade nicht möglich ist. Ich war inzwischen z.B. bestimmt schon 10 Mal im Comedy Club Kookaburra und ich würde – sobald die Corona-Entwicklung es erlaubt – jederzeit wieder in eine Vorstellung gehen.

Als Linux-Profi bist Du natürlich nah dran an den aktuellen Entwicklungen rund um Linux und Open Source. Welche Schulung würdest Du jedem Admin mit Blick auf die Zukunft empfehlen?

Auf jeden Fall Konfigurationsmanagement mit Ansible. ;-) Automatisierung ist nach wie vor DAS Thema – und eine logische Konsequenz aus der zunehmenden Virtualisierung. Aus 10 Maschinen werden schnell 100. Damit sind Administration, Konfiguration, Sicherheits-Updates & Co. klassisch manuell schnell nicht mehr leistbar. Ich habe vor ca. fünf Jahren die erste Ansible-Schulung bei Heinlein gegeben – und schon damals war die Nachfrage riesig. Es gibt natürlich viele Automatisierungslösungen – die ich übrigens alle selbst getestet habe. Und sie funktionieren. Aber Ansible ist mein klarer Favorit, weil man relativ schnell Ergebnisse erzielen und eigene Ideen umsetzen kann. Das hat auch positive Effekte auf die Schulung: Es entsteht schnell eine Dynamik und ein Austausch. Das Thema wird so noch spannender und die Teilnehmenden arbeiten noch motivierter – und nehmen dadurch mehr aus der Schulung mit. Und das ist genau mein Ziel.

Lieber Sven, wir danken Dir für diesen Gespräch und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Jahre.

Sven Velts kommende Schulungen:

Konfigurationsmanagement mit Ansible
14.06. – 18.06.21 (Anmeldungen noch kurzfristig möglich!)
04.10. – 08.10.21
22.11. – 26.11.21

Apache 2 Webserver:
08.11. – 12.11.2021

Netzwerk-Monitoring mit Naemon / Nagios:
06.12. – 10.12.21

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