Open Source Virtualisierung: Eine Standortbestimmung

Das Thema Virtualisierung ist in den letzten Jahren eines der am schnellsten wachsenden gewesen, und bleibt für Administratoren eines der Kern-Themen. Der kommerzielle Platzhirsch VMWare hat seit einiger Zeit diverse OpenSource Konkurrenten bekommen - einige auch mit kommerziellen Varianten.

Für den Administrator, der bisher Virtualisierung nicht oder nur in geringem Umfang eingesetzt hat, stellt sich die Frage, auf welche der Technologien er langfristig und verstärkt setzen kann - für die, die schon lange ein Produkt einsetzen ist es interessant zu prüfen, welche der Alternativen in die eigene Infrastruktur passt und die benötigten Funktionen, Stabilität, Support und Nachhaltigkeit bietet, um damit die vorhandene Lösung zu ersetzen - dies verspricht ein Potenzial zur Einsparung von Kosten und Unabhängigkeit von einem einzigen Hersteller - und natürlich, nicht zuletzt alle Vorteile, die man eben hat, wenn man statt kommerzieller, proprietärer Software freie, quelloffene Systeme nutzt.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Eigenschaften der wichtigsten Kandidaten im Umfeld der OpenSource Virtualisierung, mit einem Fokus auf Systeme, die Voll- und Para-Virtualisierung bieten. Dies sind zum heutigen Stand der Dinge hauptsächlich KVM, Virtualbox, Xen und natürlich die schon alt-eingesessene Software Qemu, für die es seit einer Weile auch ein Kernel-Modul gibt, die Ausführzeiten deutlich verringert und diverse grafische Oberflächen.

Was geht mit diesen neuen Systemen, was bringt dem Admin und Nutzer eher Probleme als Vorteile, und für welche Einsatzzwecke eignen sich die Systeme? Sind sie stabil und sind aktuelle Versionen in den gängigen Distributionen verfügbar und leicht zu nutzen?

Referent

Henning SprangHenning Sprang ist Mit-Autor des Buches "Xen. Virtualisierung unter Linux." - erschienen 2007 beim Opensourcepress Verlag und Initiator der Entwickler-Workshops zum Thema Virtualisierung im Linuxhotel in Essen.

Er ist außerdem Mitglied im Entwickler-Team von Ganeti, einem Werkzeug zur Verwaltung von Xen-basierten Clustern, und hat viele Ideen zur Entwicklung der xen-tools von Steve Kemp beigetragen. Er setzt Virtualisierung sowohl auf Servern als auch auf dem Desktop ein - um Dienste sauber getrennt voneinander zu betreiben, und in deroftware-Entwicklung - zum Beispiel von FAI-Fully Automatic Installation. Hierbei kamen vor Xen auch schon VMWare Workstation sowie Qemu zum Einsatz.

Im Rahmen der Arbeit am Xen Buch, sowie beim Einsatz von Xen auf dem Desktop sind dabei einige Schwachstellen aufgefallen, die teilweise von den etwas neueren Lösungen KVM und Virtualbox behoben werden - leider teilweise auf Kosten anderer Eigenschaften, wodurch die Idee zu diesem Vortrag kam, die Lösungen genauer zu vergleichen.

Beruflich ist Henning Berater für Software-Entwicklung, Projekt- und Qualitäts-Management sowie System-Architekt. Seit 1997 arbeitet er an Konzeption und Entwicklung von EDV-Systemen in diversen Sprachen sowie der Administration der Server, auf denen diese laufen. Als begeisterter Fürsprecher und Entwickler freier Software arbeitet Henning seit Anfang 2005 aktiv an FAI, einem Werkzeug für die vollautomatische Installation und das Management von Infrastrukturen mit gemischten Linux-Distributionen mit.

 

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