Open Source Press hört auf – eine Ära geht zu Ende

logo_ospSeit vielen Jahren tun sich die Computerbuchverlage schwer. Bücher – auch sehr gut gemachte – verkaufen sich zunehmend schlechter, neue Themen und gute Autoren (die Lust und auch Zeit haben Bücher zu schreiben) sind rar. Zuletzt trotzen Amazon & Co. den Verlagen immense Händlerspannen vom Verkaufspreis ab, die den Verlage kaum noch Luft zum Leben lassen. Viele Verlage haben bereits aufgegeben – seit einigen Tagen ist öffentlich, dass auch Open Source Press seine Verlagstätigkeit zum Jahresende einstellen muß.

Für uns geht damit eine Ära zu Ende und das Ende von Open Source Press ist wirklich traurig. Ich kenne keinen Verlag, der soviel Einsatz in Qualität und Lektorat in seine Bücher gesteckt hat und die Autoren so gut dabei betreut hat, das Beste aus den Büchern zu machen. Optisch schöne Bücher, hohe Qualität, gute Autoren, Themen am Puls der Zeit – und doch muß Open Source Press aufhören.

Mit meinem allerersten Postfix-Buch 2004 beim Verlag „SUSE Press“ fing alles an und nachdem sich mein SUSE-Press-Lektor Dr. Markus Wirtz mit Open Source Press selbstständig machte, steuerte ich weitere Bücher zu Snort Einbruchserkennung, zur LPIC-1-Prüfungsvorbereitung, den IMAP-Servern Courier/Cyrus und zuletzt auch Dovecot IMAP bei.

Vielen Dank für über 10 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit

Ich möchte mich für die über 10 jährige Zusammenarbeit mit Markus Wirtz zutiefst bedanken: Ein Buch endlich fertig zu haben und in Druck geben zu können war immer ein Kraftakt für alle Beteiligten, aber auch eine tiefe Erfüllung und Zufriedenheit. Markus Wirtz war dafür wirklich der perfekte und erfahrene Partner, dem man blind vertrauen konnte, der ein prima Lektorat gemacht hat und für den letzten Schliff gesorgt hat.

Und ohne die Bücher bei Open Source Press wäre auch Heinlein Support heute nicht die Firma, die wir heute sind.

Open Source Press war als Verlag wirklich top – deprimierend, dass es am Ende noch nicht mal mehr über Qualität möglich war, einen solchen Verlag rentabel am Leben zu halten.

Was wird aus unseren Büchern?

Mit dem Ende von Open Source Press stellt sich auch die Frage, wie es mit den derzeit vorhandenen Büchern von mir weitergehen wird.

  • LPIC-1:
    Nachdem sich im Sommer das Ende von Open Source Press abzeichnete, mussten wir die Arbeit an der für Spätsommer 2015 eigentlich geplanten und auch bereits begonnene Neuauflage meines LPIC-1-Prüfungsbuches einstellen; die eigentlich überfällige 6. Auflage ist damit nicht mehr erschienen und wird auch nicht mehr kommen.
  • Postfix-Buch:
    Auch die Zukunft des Postfix-Buches ist damit ungewiß: 2007 erschien die letzte Auflage, die überfällige Neuauflage wurde immer wieder zugunsten von anderen Büchern wie dem Dovecot-Buch verschoben – bzw. konnte aus privatem Zeitmangel nicht angegangen werden. Diesen Herbst/Winter sollte endlich die Arbeit an der Neuauflage beginnen, aber daraus wird so schnell nichts mehr. Das Buch ist vergriffen, aber für einige Tage noch als PDF beim Verlag erhältlich (s.u.).
  • Dovecot-Buch:
    Das Dovecot-Buch ist erst kürzlich als aktuelle Ausgabe in deutsch und englisch erschienen. Eine Neuauflage steht derzeit nicht an. Das Buch wird alsbald nicht mehr im Handel erhältlich sein, deutsche Restexemplare werden wir über http://www.dovecot-buch.de weiter verkaufen können, englische Dovecot-Exemplare sind noch unklar, könnten aber ab Ende Dezember nicht mehr verfügbar sein.

Wir verhandeln derzeit mit verschiedenen Verlagen über eine Fortführung vom Postfix- und Dovecot-Buch und suchen nach einer neuen Heimat. Diese beiden Bücher wollen wir weiterführen, aber das Wann, Wo und auch Ob ist noch ungewiss.

Last Order – gute Bücher jetzt noch bestellen, bevor sie verschwinden

In den nächsten Tagen ist bis zum 21. Dezember noch ein wenig Zeit die letzten Bücher von Open Source Press zu bestellen, bevor diese vom Markt verschwinden. Auf http://www.opensourcepress.de sind für wenige Tage noch letzte Bestellungen möglich.

Auch das Postfix-Buch kann dort derzeit übrigens noch bestellt werden – allerdings nur als E-Book im PDF-Format, denn die gedruckte Ausgabe ist seit langem ausverkauft.

Mit herzlichen Grüßen von Berlin nach München,
Peer Heinlein

 

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2 Antworten zu Open Source Press hört auf – eine Ära geht zu Ende

  1. Markus Wirtz sagt:

    Lieber Peer,

    ich danke Dir ganz herzlich für die schöne und erfolgreiche Zusammenarbeit über all die Jahre – und nun auch für die warmen Worte zum Ende unserer gemeinsamen „Bücherzeit“!

    Dir und Deinen Kolleginnen und Kollegen wünsche ich weiterhin alles Gute in der Open-Source-Welt, und wer weiß schon, wann und wo sich die Wege wieder kreuzen…

    Beste Grüße von München nach Berlin
    Markus

  2. Das ist wirklich sehr traurig. ich habe es gestern Abend erst mitbekommen und frage mich seitdem, wo das Problem liegt. Natürlich ist die IT als Gattung immer schnelllebiger geworden in den letzten 12 Jahren und es gibt sicherlich auch mehr Informationen, Tutorials und was-nicht-alles im direkten Zugriff als früher.

    Andererseits, finde ich, ist doch gerade dadurch der Wert eines didaktisch gut aufgebauten und fundiert recherchierten Buches gestiegen, oder? Bei der Menge an lieblos zusammengekleisterten frei verfügbaren Informationen ist ein gutes Buch doch wie ein Trüffel im Schweinemist.

    Vielleicht bin ich ein Fossil und wahrscheinlich sind wir zu wenige, aber ich hänge nach wie vor sehr am gedruckten Buch, auch und gerade für IT-Fachthemen.

    Liebe Grüße aus Neu-Isenburg und einen guten Rutsch!
    Michael Lauer.

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