Graphisches Systemmonitoring mit Munin

Rechner entpuppen sich im täglichen Betrieb als fehleranfällig. Sei es ein Netzwerkinterface mit Kollisionen, eine steigende Prozessorauslastung oder gelegentliches swappen: Sie sollten jederzeit sehen können wie es um eine Maschine und deren Prozesse steht und wie sich das in der Vergangenheit darstellte.

Munin (http://munin.sourceforge.net/) ist ein Tool zur Langzeitbeobachtung Ihrer Server und Dienste. In der Regel nimmt es alle 5 Minuten eine Messung vor und macht die Werte im zeitlichen Verlauf als Graph für den Tag, die Woche, den Monat und das Jahr sichtbar. Trends und Wertebereich der beobachteten Dienste sind so auf einen Blick zu erkennen.

Die Anwendung besteht aus dem zentralen Munin-Server und Agenten, den sogenannten Munin-Nodes auf den zu überwachenden Rechnern. Im Node werden entsprechende Plugins zur Abfrage der unterschiedlichen Dienste eingebunden.

Der umfangreichen Sammlung mitgelieferter Plugins können sehr leicht eigene Plugins als Shell-, Perl- oder Skript in einer Programmiersprache Ihrer Wahl hinzugefügt werden.

Im Vortrag lernen Sie Munins Architektur und Funktionalität kennen und erfahren, warum Nagios keine Konkurrenz sondern sinnvolle Ergänzung beim Server-Monitoring ist. Es folgt eine Präsentation und Erläuterung der Munin-Übersicht mit den Graphen der häufig verwendeten Plugins. Michael Renner gibt Tipps zur Munin-Installation und geht auf Unterschiede bei den verschiedenen Betriebssystemen ein. Dabei erfahren Sie auch Netzwerkspezifisches zur Server-Node-Kommunikation.

Gabriele Pohl wird die typische Konfiguration von Munin-Server und -Node vorstellen und weitere alltagsrelevante Konfigurationsmöglichkeiten aufzeigen. Den Abschluß bildet die Entwicklung und Einbindung eines eigenen Plugins life vor Ort.

 


Referenten:

Gabriele PohlGabriele Pohl ist seit 1990 als Oracle DBA beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie zwischenzeitlich von 1995-1999 in gleicher Funktion bei der SPD-Bundestagsfraktion tätig gewesen. Seitdem sie *ihre* Oracle-Server im Jahr 2002 zu Linux migriert hatte, war sie dann auch für die Systemadministration der Server zuständig und wechselte schließlich in 2005 komplett ins Sysadmin-Lager. Als Technische Assistentin Informatik (TAI) und ehemalige Studentin der Physik hat sie ein besonderes Interesse an der Technik und allem, das sich messen läßt. Munin setzt sie seit 2005 zur Langzeitbeobachtung der Server und Dienste ein.

Michael RennerMichael Renner kam 1994, enttäuscht von OS/2, mit Linux auf dem Desktop in Berühung. Im selben Jahr setzte sich IRIX in dem Max-Planck-Institut durch, in dem er bis 1998 wissenschaftlich, anschliessend als Administrator arbeitete. 1999 erschien sein erstes Buch "Linux für Onliner", das Netzwerkaspekte von Linuxdesktops behandelt. Darauf folgten zahlreiche Fachartikel, die meist von Netzwerk- und Linuxthemen handelten. Beruflich erfolgte 2005 der Schwenk in die IT-Abteilung einer Online-Bank, wo vor allem HA-Cluster, geclusterte Applicationserver bzw. Datenbankserver und seit neustem auch Solaris-Zonen im Mittelpunkt stehen.

Gabriele Pohl und Michael Renner schreiben gerade gemeinsam ein Buch über Munin, das im 1. Quartal 2008 im Verlag Open Source Press erscheinen soll.