Bericht aus der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"

Erstaunt hat die Politik wahrgenommen, dass es so etwas wie DAS INTERNET gibt. Das bereitet vor allem Unbehagen -- und am schlimmsten ist es, dass sich da draußen, außerhalb der Schutzschilde der Bundestagspolizei ein Horde junger Menschen rumtreibt, für die dieses Netz ein ganz normaler Lebensraum ist.

Zur Bundestagswahl 2009, als die Piratenpartei bundesweit fast 850.000 Stimmen holte, wurde die Enquêtekommission "Internet und digitale Gesellschaft" eingesetzt. Hier soll in die große Kristallkugel geschaut und schon mal die Zukunft geplant werden. Gesetze werden keine gemacht, aber Empfehlungen ausgearbeitet. Erstmals in der Geschichte des Deutschen Bundestags könnten sich Außenstehende direkt einbringen.

Aber kaum jemand nutzt diese Chance. Statt dessen spielen die 34 Mitglieder der Enquête "Texttretris" ... Textbausteine werden von einer Stelle an die andere geschoben, wo's am wenigsten aneckt. Ein Blick in die Arbeit der Enquête vermittelt deren sachverständiges Mitglied padeluun ... und er zeigt, wo man ansetzen kann, um die Zukunft mitzugestalten.

Der Referent

padeluun ist ein deutscher Künstler und Netzaktivist, der für digitale Bürgerrechte eintritt. Er gründete 1984 zusammen mit Rena Tangens das Kunstprojekt und die Galerie Art d’Ameublement. Er ist einer der Vorsitzenden des Vereins FoeBuD, Gründungsmitarbeiter im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und einer der Organisatoren sowie Jurymitglied der deutschen BigBrotherAwards. Ende der 1970er Jahre war padeluun in der Düsseldorfer New-Wave- und der Berliner Punk-Szene als Performance-Künstler und als Super-8-Filmer aktiv. Er war sporadisches Mitglied von Minus Delta t und ist einer der Protagonisten in Jürgen Teipels Roman "Verschwende Deine Jugend".

Seit 1984 arbeitet er in Bielefeld und wurde durch eine Reihe von Aktivitäten und Projekten bekannt. Sein Projekt Art d’Ameublement (gemeinsam mit Rena Tangens) wurde 1984 mit dem Sonderpreis des Marler Video-Kunst-Preises ausgezeichnet. 1987 nahm er zusammen mit der Gruppe ASA am Performance-Programm der documenta 8 teil. Zwei Jahre später gehörte padeluun zu einer Gruppe von Künstlern und Pionieren der elektronischen Kunst, die zur Ars Electronica in Linz 1989 Van Gogh TV vorstellten. 1990 zeigten sie auf der Ars Electronica das Projekt Hotel Pompino. 

Als Geschäftsführer der Firma Zerberus GmbH beschäftigte er sich mit der Weiterentwicklung der gleichnamigen Software für das Z-Netz und das CL-Netz, zwei der in den 1990er Jahren in Deutschland bedeutendsten Mailbox-Netze. Der von ihm mitgegründete und -geleitete FoeBuD e.V. betrieb selbst die Mailbox BIONIC als einen der Knotenpunkte des Z-Netzes. 1995 schrieb er anlässlich der Veranstaltung „Interfiction“ in Kassel die Netzthesen.

Seitdem tritt er vor allem mit seinem Engagement für den Datenschutz in der Öffentlichkeit auf: Er ist Mitarbeiter im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und einer der Organisatoren sowie Jurymitglied der deutschen Big Brother Awards. Diesen präsentiert er auch bei der seit dem Jahr 2000 jährlichen Preisverleihung in Bielefeld. padeluun ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Auf Vorschlag der FDP-Bundestagsfraktion ist padeluun als Sachverständiger Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des 17. Deutschen Bundestages.

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